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Nachdem wir in Sport ist doch kein Mord festgestellt haben, dass man beim Sport in eine Art Meditation kommen kann (z.B. das Runners High beim Joggen), widmen wir uns heute mal der Art von Meditation, die weniger Bewegung erfordert.

Ich sitze auf einer Iso-Matte, irgendwo weiter hinten brennt eine Kerze und der Raum ist von Lavendelduft erfüllt. Ich atme tief ein und aus, was mir zunächst schwer fällt, nicht weil ich unter Depressionen leide, sondern weil ich Asthma habe. Also mache ich die Lavendelkerze aus und öffne das Fenster. Schon besser. Dann setze ich mich wieder hin, starte die Achtsamkeits-App auf meinem iPhone und begebe mich in eine geführte Meditation.

Der Atem als Anker in der Realität

Mithilfe von regelmäßiger Meditation wird man entspannter und geht auch gelassener an neue Dinge heran. Das alles gelingt einem, weil man sich mehr im Hier und Jetzt befindet. Die Gedanken schweifen nicht mehr ab, weil man mithilfe des Atems einem Weg zum inneren Frieden findet.

Das klingt ja alles ganz toll, dachte ich mir zunächst und machte es einige Male. Hierfür nutze ich eine kostenlose App (du kannst aber auch mal bei YouTube nach „Meditation“ suchen) und zunächst fiel es mir schwer, mich auf diese Meditation einzulassen. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab, doch auch die Stimme, die mich durch die Meditation führte, meinte irgendwann, dass dies ganz normal sei. Man solle aber ruhig, aber trotzdem bestimmt, den Fokus zurück auf den Atem lenken.

Und tatsächlich: Nach einigen Versuchen konnte ich mich besser drauf einlassen. Man nimmt den Atem ganz anders wahr, so als ob jeder Atemzug der erste sei. Außerdem war es schön, dass in meinem Kopf mal kein Gedankenchaos herrschte, denn da war nur ich, mein Atem und eine Stimme, die mir sagt, dass der Atem mein Anker in der Realität sei. Und das der Atem immer da ist, auch wenn man mal nicht meditiert.

Warum meditieren? Und wann? Und ist das nicht Zeitverschwendung?

Wichtig bei der Meditation ist in jedem Falle, dass du es zu einem festen Ritual machst. Entweder morgens nach dem Aufstehen (Aber nicht im Bett, hier ist die Gefahr groß, dass man wieder einschläft) oder in deiner Mittagspause oder wenn du von der Arbeit, wieder nach Hause kommst.

Mithilfe der Meditation gehst du nicht nur fokussierter und gelassener an neue Aufgaben ran, sondern schaffst es auch, selbstbewusser zu werden. Außerdem kannst du negative Gedanken vertreiben und deine Ängste in den Griff bekommen. Schon direkt nach der Meditation spürt man oft eine gewisse Leichtigkeit, die mit etwas mehr Übung öfters in deinen Alltag kommt.

Meditation ist keine Zeitverschwendung, denn die Zeit, die du am Tag in eine 15 oder 20-minütige Meditation investierst, bekommst du in Form von Energie, positiven Gefühlen, Klarheit und Lebenskraft zurück.

Eine kleine Anleitung zum meditieren

  1. Suche dir einen Ort aus, den du zu deinem Meditationsort machen möchtest. Das kann ein Sessel sein oder auch auf dem Laminat im Wohnzimmer. Ganz wichtig: Nur DU kannst entscheiden, welcher Ort für dich der Beste ist. Manche können auch gut unter der Dusche meditieren (Denk nur ein wenig an die Umwelt, wenn du 20 Minuten das heiße Wasser laufen lässt. :D)
    Du brauchst dir auch nichts dafür kaufen. Keine Buddhafigur, aber das kannst du natürlich machen um deinen Ort passend zu gestalten. Ich habe immer ein kleines Schälchen mit einer Kerze drunter. In das Schälchen kommt dann etwas Wasser und ein paar Tropfen Lavendelduft.
  2. Sorge für Ruhe. Was gibt es schlimmeres, als plötzlich in der tiefsten Entspannung unterbrochen zu werden. Schalte dein Handy aus oder zumindest den Ton bzw. die Vibration, denn auch das ignorieren einer eingegangen Nachricht lenkt uns unterbewusst ab. Schließe die Tür und falls du ein Paket erwartest, dann warte bis der Paketbote da war, damit dich auch wirklich keiner mehr stören kann. Trinke vielleicht vorher noch etwas, aber nicht zu viel… 😀
  3. Sitzposition und Körperhaltung: Hier ist entscheidend, dass du dich wohlfühlst. Du kannst sitzen, liegen oder im Schneidersitz mit geradem Rücken sitzen. Das entscheidest (wieder mal) du. Wenn du auf dem Boden meditierst, bedenke bitte, dass du dort die nächsten 15 bis 20 Minuten sitzt also nimm dir eine Yoga Matte oder eine kuschelige Decke mit. Du kannst auch auf einem Stuhl sitzen. Wichtig ist, dass deine Sitzposition für dich passt und das du nicht meditieren mit einem Mittagschlaf verwechselst. Achte außerdem drauf, dass dein Rücken gerade ist, damit du frei und ungehindert Atmen kannst. Die Augen kannst du schließen, aber auch geöffnet lassen und einen festen Punkt fixieren.
  4. Ok… Los gehts! Entweder machst du eine geführte Meditation (in der ein Sprecher, dich durch die Meditation führt. Diese Methode ist ideal für Einsteiger) oder du stellst dir einen Wecker (am besten mit einem Gong-Ton als Weckerton) auf 10 Minuten und konzentrierst dich auf deinen Atem. Wie fühlt es sich an? Wie nimmst du den Atem war? Kannst du spüren, wie der Sauerstoff, durch deinen Körper fließt? Versuche auf jedes Detail zu achten. Bedenke dabei, dass jeder Atemzug immer wieder neu ist und noch die dagewesen ist.
  5. Fange klein an und bedenke, dass man für Entspannung ein wenig Geduld braucht. Deine Gedanken werden, wie dunkle Wolken, immer wieder vor deinem geistigen Auge entlang schweben; das ist ganz normal, versuche diese Tatsache auch so hinzunehmen, aber lenke deine Aufmersamkeit ganz langsam wieder auf deinen Atem, solltest du durch Gedanken abgelenkt werden. Damit tranierst du das Im-Hier-und-Jetzt-sein.
  6. Verlasse deinen Kopf und horche in deinen Körper: Wie fühlen sich deine Beine an? Wie deine Arme? Versuche jedem Gefühl mit Freundlichkeit und Neugier zu begegnen und vergiss dabei nicht das Atmen. Das hört sich jetzt erstmal kompliziert an, aber du wirst merken, dass es dir nach einiger Zeit ganz leicht fallen wird. Du kannst deine Körperteil ganz intensiv warnehmen und du gelangst immer tiefer in die Meditation.
  7. Vorbei! Die 10, 15 oder 20 Minuten sind um und dein Gong-Ton ertönt. Sofort aufspringen und wieder den normalen Alltag ist allerdings eher Fehlanzeige, denn du willst das Gefühl des Im-Hier-und-Jetzt-sein und das Gefühl der Entspannung ja mit in den Alltag nehmen. Verharre also noch in der Meditation und komme ganz langsam zurück. Versuche auch hier alle Empfindungen und Gefühle ganz positiv und neugierig wahrzunehmen. Öffne die Augen ganz langsam und nach einigen Sekunden kannst du auch langsam wieder aufstehen.

Du kannst nichts falsch machen, denn du bist richtig.

Andererseits kann dir auch kein dahergelaufener Iditot, mit seinen Blog sagen, wie du richtig meditierst. Du musst einen Weg finden, wie du die beste Entspannung findest. Manche meditieren lieber „alleine“ und manche lieber, wenn eine Stimme, sie durch die Meditation führt. Manchmal hilft es auch, wenn man Naturgeräusche laufen lässt. Ein plätschender Bach, sorgt bei mir dafür, dass ich ganz ganz dringend aufs Klo muss. Du wirst schnell herausfinden, was dir hilft und was nicht. Vielleicht ist es ja doch die Buddha-Figur aus dem 1€ Laden?! Egal was es ist, es hilft dir und wenn es dir hilft, ist es genau richtig.

Welche Erfahrungen hast du mit dem meditieren gemacht? Hast du Tipps und Tricks, die du anderen mit auf den Weg geben möchtest? Gibt es Dinge, die ich in meinem Artikel vergessen habe oder mögliche Komplikationen, die bei dir entstanden sind? Ich würde mich sehr freuen, wenn du einen Kommentar da lässt.

Dein Marcel

 

Titelbild: Pixabay

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