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Dank·bar·keit (Substantiv, feminin [die]) – das kommt dabei raus, wenn man den Begriff bei Google eingibt. Eigentlich ist Dankbarkeit ein einfaches Wort, aber für viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind wir oft gar nicht dankbar. Wir sind unzufrieden und sehen nur das, was wir nicht haben. Der Nachbar hat schon wieder ein neues Auto (und dann auch noch das neuste Modell) und wir gurken immer noch mit unserer kleinen Möhre durch die Gegend. Es gibt viel mehr Dinge, die wir haben wollen, als Dinge über die wir froh sind, dass sie in unserem Leben sind. Der heutige Artikel widmet sich kleinen Dankbarkeitsritualen für jeden Tag. Ich würde mich sehr freuen, wenn du sie mal ausprobierst, denn Dankbarkeit ist absolut kostenlos. Du entscheidest dabei welche Rituale für dich infrage kommen.

Für was kann man eigentlich dankbar sein? Wende den Blick mal einen kurzen Moment vom Bildschirm von deinem Smartphone, Tablet oder Laptop ab und schau dich um. Viele Dinge geraten in Vergessenheit, aber viele Dinge sind für uns auch einfach selbstverständlich geworden. Man kann dankbar für alles sein. Ja, auch für die Pad-Maschine, die einem jeden Morgen einen leckeren Kaffee kredenzt. Außerdem haben wir Wasser – sogar warmes Wasser, mit dem wir duschen oder sogar baden können. Wir haben Geld (wir sind also nicht arm und müssen jeden Tag um unser Leben bangen.) Wir können überall Lebensmittel kaufen und leben in einem solchen Überfluss, dass einige sogar wieder auf dem Müll landen. Man kann auch Dankbar für unseren Planeten sein.

Doch das woran man am wenigsten denkt ist man selbst. Du lebst und bist hier auf dieser Erde. Stell dir mal vor, was alles passiert ist, damit du jetzt hier leben kannst. Urknall, Dinosaurier, Steinzeit, Evolution… um die Zeit mal ganz grob und kurz zusammenzufassen. Wir können dankbar sein, dass wir am leben sind und das es uns gut geht. Gut, im Sinne von wir haben keine ernsthafte oder lebensbedrohliche Verletzungen bzw. Krankheiten. Und das gilt auch für die Menschen in deinem Umfeld. Keiner hat sich bewusst dazu entschieden, jetzt zu Leben und wir alle werden sterben, also warum nicht das beste draus machen?

Mithilfe von kleineren Dankbarkeitsritualen können wir glücklicher werden. Jetzt fragst du dich sicherlich wie das gehen soll? Ich verrate es dir: Nimm dir einen Stift und einen Zettel und überleg mal kurz, für was du dankbar bist. Wie gesagt, es zählt alles. Kaffeemaschine, warmes Wasser, Job, geregeltes Einkommen, Dach über dem Kopf, gemütliches Bett, Lebensmittel… Aber man kann das natürlich nicht nur mit materiellen Dingen machen; versuch mal alles aufzuschreiben, worauf du stolz bist, dass du es geschafft hast. Oder schreibe dir auf, welche Eigenschaft du an dir gut findest. Du bist oft aufgeregt? Das muss nicht unbedingt negativ sein. Wäre man nicht aufgeregt, wäre das ein schlechtes Zeichen, denn das würde heißen, dass es dir egal wäre. Wut und Trauer, wenn wir uns zum Beispiel über einen Menschen aufregen, dann machen wir das auch nur, weil wir diese Person lieben oder weil sie uns wichtig ist.

Ein Tagebuch für Dankbarkeit?

Die Internetseite www.schreibenwirkt.de berichtet darüber, wie toll Dankbarkeitstagebücher für uns sind: Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien zu Dankbarkeitstagebüchern. Eine neuere und umfassende stammt zum Beispiel von Prof. Robert Emmonds von der Universität Kalifornien. Er stellte fest, dass die Studienteilnehmer, die ein Dankbarkeitstagebuch führten:

– eine bessere Stimmung hatten
– optimistischer auf ihr Leben blickten
– seltener krank werden
– von einer besseren Schlafqualität berichteten
– größere Fortschritte im Bereich persönliche Ziele verbuchen konnten
– über mehr Enthusiasmus, Entschlossenheit und Energie verfügten

Das klingt toll, oder? Doch wir führt man so ein Dankbarkeitstagebuch eigentlich? Vorweg gesagt, du musst jetzt nicht in die nächste Buchhandlung und ein spezielles Dankbarkeitstagebuch für 30€ kaufen, sondern kannst auch ein schönes, kleines Notizbuch kaufen. Achte bei der Wahl der Größe darauf, wie viel du pro Tag schreiben möchtest. Ein kleineres Notizbuch ist zum Beispiel besser für Stichwörter geeignet. Eine Seite ist dann für einen Tag.

Du kannst das Tagebuch am Morgen oder am Abend schreiben. Ich empfehle aber, das Tagebuch am Abend zu schreiben, weil du dann besser den gesamten Tag überblicken kannst und zum Abend hin, den Tag nochmal Revue passieren lassen kansnt. Schreibe also 3 Dinge auf, für die du an diesem Tag dankbar warst. Das kann eine Begegnug sein, etwas matterielles oder eine Person. Oder einfach etwas, was du gesehen oder beobachtet hast. Du wirst sehen, dass es dir am Anfang ganz schön schwer fallen wird. Aber mit der Zeit (genauer gesagt nach 3 Wochen, wenn sich neue neuronale Verbindungen gebildet haben und dein Gehirn auf Dankbarkeit und Wertschätzung gepolt ist) hast du einen viel fokussierteren Blick auf Momente der Dankbarkeit. Siehe es als Herausforderung an, und halte dich daran, dass Tagebuch jeden Tag zu führen. Egal wie es dir geht.

Einfach mal Danke sagen

Wann hast du das letzte mal einen richtigen Brief geschrieben? In der sechsten Klasse, als du mit deiner Klasse auf Klasssenfahrt warst und du deinen Eltern eine Postkarte geschickt hast? Naja, das zählt jetzt nicht so ganz. Genauso wie der Retourenzettel, für deine letzte H&M Bestellung.

Stöbere doch mal in einem Laden nach einer schönen Postkarte und achte drauf, welche Personen, dir bei bestimmten Motiven in den Sinn kommen. Und wenn du eine gefunden hast, kauf sie doch ruhig mal und schreibe ein paar nette Worte der Dankbarkeit auf die Rückseite. Es muss nicht viel sein. Ein „Danke für Alles“ oder „Schön, dass es dich gibt“ reicht bereits. Du musst die Karte nicht abschicken, kannst es aber machen und vielleicht bekommst du ja auch eine zurück, wenn du sie z.B. an deine Mutter oder einen alten Bekannten schickst. Alternativ kannst du übrigens auch die Person anrufen und ihr das direkt sagen. Das tut gar nicht weh und löst, nach einer kurzen Überwindung, bei dir und bei deinem Freund oder Familienangehörigen Glücksgefühle aus.

Jetzt sehe ich schon die Fackeln und Mistgabeln…. Habe ich nicht oben erwähnt, dass Dankbarkeit kostenlos ist?! Und jetzt schreibe ich, dass du eine Postkarte kaufen sollst. Unglaublich. Aber natürlich gibt es auch eine kostenfreie Variante (vorrausgesetzt du hast einen Zettel und einen Stift zu Hause). Schreibe einen Freund doch einfach mal einen Brief. Gemeinsame Erinnerungen, gemeinsame Erfolge oder das, was dir gerade einfällt. Ein Witz, ein lustiger Spruch oder einfach nur ein kurzes Lebenszeichen, denn auch für unser soziales Umfeld können wir dankbar sein. Oft, wenn der Kontakt ein wenig nachlässt, wird es für uns immer schwieriger die richtigen Worte zu finden. Es passieren zu viele Dinge und man kann gar nicht alles erzählen… aber das musst du auch nicht. Es reichen ein paar Worte. Und auch hier ist dir überlassen, ob du den Brief abschickst oder nicht.

Man kann für alles und jeden Dankbarsein – sogar für sich selbst.

Wenn du einen Spiegel im Badezimmer hast, dann lege dir einen kleinen Stapel mit Post-Its daneben und schreibe jeden Tag eine Sache auf, für die du dankbar warst bzw. bist. Klebe das Post-It dann irgendwo an deinen Spiegel und mach das so lange, bis nichts mehr siehst. Dann ist es Zeit die Post-Its abzunehmen. Was solche Übungen bringen? Mit solchen kleinen Ritualen schulen wir unser Auge und unser Gehirn. Stell dir Dankbarkeit (oder auch Achtsamkeit) als eine Art Muskel vor. Wenn wir ihn jeden Tag trainieren, dann kann er uns selbst in schweren Zeiten helfen.

Oben habe ich geschrieben, dass man einen Brief an einen Verwandten, Freund oder Kollegen schreiben kann, doch wie wäre es, wenn man einen Brief an sich selbst schreiben würde? Absolut verrückt, ihr könnt mich direkt in die Klapse stecken, war mein erster Gedanke, doch am Ende meines Aufenthalts in der Tagesklinik musste ich auch einen Brief an mich schreiben. Wenn man über sich selbst schreibt, entwickelt man eine ganz neue Art über sich zu denken. Oft urteilen wir viel zu hart über uns selbst. Man kann sich selbst am besten Mut machen oder einfach mal aufschreiben, wenn man etwas geschafft hat.

Was sagst du zum Thema? Wie findest du das neue Blog Konzept meines kleinen Blogs? Wie gehst du mit Dankbarkeit um… fällt es dir leicht, den Blick auf dankbare Moment fokussieren oder fällt dir absolut gar nichts ein? Hast du vielleicht Tipps, die über meinen Artikel hinaus gehen und hilfreich für andere Leser sein könnten? Dann hinterlass doch einen kleinen Kommentar mit deiner Meinung.
Ich freu mich von dir zu hören bzw. zu lesen.

Dein Marcel

 

Quellen: happyroots.de / schreibenwirkt.de
Titelbild: Pixabay.com

 

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