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Eine Situation, die wir wohl alle kennen: Wir sitzen und irgendwie machen sich die Gedanken selbständig und ziehen immer tiefere Kreise durch eine unendliche Gedankenwelt. Probleme und Sorgen wachsen und die Zweifel verstärken sich. Grübeln macht also unglücklich. Doch was sind die Auslöser und wie können wir den Strudel aus Gedanken wieder verlassen?

Gedankenspirale.

Wir denken darüber nach, was wir hätten anders machen können oder versinken in Visionen über die Zukunft. Wir machen uns Gedanke um Probleme, für die es scheinbar keine Lösung gibt oder um Probleme, die erst durch das Grübeln entstanden sind. Oder wir denken darüber nach, wie andere über uns denken.

Einen direkt Auslöser gibt es dafür oft nicht. Man erwischt sich mitten im Grübeln, weil man vielleicht eine Haltestelle zu weit gefahren ist oder weil man, die letzten drei Minuten auf die Wand gestarrt hat.
Natürlich ist Nachdenken ja an sich erstmal nichts schlimmes, aber beim Grübeln sprechen Psychologen tatsächlich von einem Begleitsymptom der Depression. Die Betroffenen versinken häufig in ihren Gedanken.

Doch bei all den Grübeleien kommen wir nie in der Gegenwart an oder finden eine konkrete Lösung – was hilft eigentlich gegen das Gedankenkarusell?

Auswirkungen des Grübelns

Um das zwanghafte Grübeln zu stoppen greifen viele Betroffene zu Beruhigungsmitteln oder vielleicht sogar zu Alkohol. Betroffene sind unkonzertiert und schlafen schlecht; wir sind also nicht „voll da“, sind mit dem Kopf immer woanders und wirken für andere Abwesend und reagieren (wenn überhaupt) immer nur sehr gereizt.

Das Grübeln ist eigentlich kein Karussel, denn bei einem Karussel gibt es nur eine Ebene. Stattdessen ist der Vergleich mit einem „Teufelskreis“ nahliegender. Wir versinken immer tiefer: Unser Selbstvertrauen schwindet und wir fühlen uns hilflos.

Das Gedankenkarussel stoppen

Natürlich haben wir alle unterschiedliche Gedanken und Visionen, aber es kann hilfreich sein, wenn man sich erstmal bewusst wird, dass man gerade nachdenkt. Man kann sich also gedanklich sagen: „Ich denke mal darüber nach, was ich gestern in Situation XY gesagt habe und wie Person Z reagiert hat.“ oder „Was könnte passieren, wenn ich jetzt XY mache?“.

Gedanken sind also erstmal nicht schlechtes, aber es ist schwierig diese zu unterscheiden. Wenn man wirklich in den Gedanken versinkt, dann kann es helfen wenn man einfach mal „Stopp“ sagt. Vielleicht nicht unbedingt ganz laut und dann auch noch in der Straßenbahn… Man kann sich auch gedanklich Stopp sagen.

Was außerdem helfen kann:

  • Die Gedanken notieren und mal ganz bewusst wegschmeißen oder in einer kleinen Kiste deponieren.
  • Die Gedanken hinterfragen. „Ist das denn wirklich so?“ oder „Hilft mir das jetzt?“ bzw. „Finde ich so eine Lösung?“ und wenn wir zu dem Entschluss kommen, dass die Grübelgedanken nicht hilfreich sind, dann sofort etwas anderem zuwenden (Musik, Malen, Zeichnen, anfallende Arbeiten im Haushalt)
  • Über das Problem mit einem Fachmann sprechen. Ein Psychotherapeuten beißen selten und können helfen, wenn das Grübeln über einen längeren Zeitraum anhält und man als Betroffener den Gedankenstrudel nicht stoppen kann.

Mit Achtsamkeit im Hier-und-Jetzt leben

Meditation kann ein wahres Wundermittel sein, dass hatten wir schon in einem der letzten Artikel besprochen. Es hilft uns dabei anzukommen und Dinge ganz bewusst wahrzunehmen. Wir treffen Entscheidungen nicht mehr im Bezug aus der Vergangenheit, sondern leben in der Gegenwart und entscheiden auch dementsprechend.

Um mit dem Meditieren zu beginnen musst du dir aber zunächst bewusst werden, dass Achtsamkeit wie ein Muskel ist; Nur wer also regelmäßig trainiert bekommt ein Sixpack. Diese Worte sollen dich jetzt keinesfalls abschrecken, sondern eher ermutigen. Man muss sich an Achtsamkeit immer wieder erinnern; wie ein Tourist in London, der an jeder Ampel nach links schaut, obwohl dort Linksverkehr ist. Für die Touristen in England gibt es die Hinweise „Look Right“ und genau diese Hinweise können wir uns auch mit in den Alltag nehmen. (Natürlich nicht für den Straßenverkehr, sondern für Achtsamkeit.)

Schau doch mal bei YouTube unter dem Suchbegriff „Meditation“ oder schaue dir die Kurse von 7 Mind an. (Für diese Empfehlung bekomme ich übrigens kein Geld. Ich erwähne 7Mind nur, weil ich selbst den Wochenplaner und die 7Mind-App zum meditieren benutze und ich sehr überzeugt von der Arbeit des Teams bin.

Was hilft dir, wenn du mal wieder in Gedanken versinkst? Und was hälst du von meinem Artikel? Ich würde mich sehr über Feedback freuen und wenn du möchtest, dann kannst du mir auch bei Twitter folgen oder bei Pinterest.

Bildquelle: Skeeze und WenPhotos von Pixabay

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