Lesezeit: 5 Minuten

Marc Twain sagt „Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“ und Marc Aurel sagt  „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.“ . Doch was ist eigentlich dieser Sinn? Und wie findet man den eigentlich? 

Der Sinn des Lebens.

In unserer Vorstellung sieht das mit dem „Sinn des Lebens“ ja eigentlich ganz einfach aus, oder? Wir finden etwas, was uns glücklich macht und haben ein erfülltes Leben… Doch was ist, wenn man gerade mal keinen Sinn sieht oder nicht weiß, wie man ihn findet?

Zunächst mal haben wir ein unfassbares Glück, denn wir können frei leben und entscheiden. (Mal von ungesetzlichen Dingen abgesehen…).
Stell dir mal vor, du würdest als Kind erfahren, dass du mit 18 den Betrieb der Ältern übernehmen wirst, mit 25 Vater wirst und schließlich mit 45 von einem Auto über…. na, du weißt sicher worauf ich hinaus will, oder?

Das schöne am Leben ist ja schließlich das „Unbestimmte“. Wir alle wissen nicht was morgen sein wird und genau deshalb ist es wichtig, seine richtig und sinnvoll Zeit zu nutzen.

Wie findet man einen Sinn?

Darauf kann ich dir keine Antwort geben. Obwohl… Vielleicht doch…
Der Sinn liegt in meinen Augen darin, einen Sinn zu finden. Und einen Sinn zu finden, bedeutet Arbeit und einiges an Selbstreflexion. Eine Aufgabe fürs Leben also. Aber sucht man jetzt sein Leben lang nach einem Sinn? Nein.

Versuche doch mal zu difinieren, welche Menschen, Dinge oder Ideale dir wichtig sind. Wofür würdest du alles stehen und liegen lassen? Wofür würdest du kämpfen oder dich Opfern? (Mit Opfern meine ich nicht sterben, es geht ja schließlich um den Sinn des Lebens.)
Die Antworten auf diese Frage kann alles sein. Du entscheidest, denn es ist dein Leben.

„Nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben geben.“

Martin Buber

Wo siehst du dich in den nächsten Jahren? Eine Zukunftsperspektive kann ein interessanter Ausblick auf unser Leben sein. Wir leben viel zu viel in der Vergangenheit und kämpfen (gerade bei Depression) mit den Geistern der Gegenwart oder der Vergangenheit und vergessen dabei, dass es ja auch noch ein Morgen gibt.

Es muss nicht unbedingt das dicke Auto oder das große Haus sein. Man kann auch mehrere kleine Sinn(e) (gibt es davon überhaupt eine Mehrzahl?) für sich finden und angehen. Deine heutigen Gewohnheiten, führen zum Leben von Morgen. Wer heute Dankbar ist, wird in Zukunft wahrscheinlich glücklicher sein.

Was würdest du tun, wenn du erfährst, dass du nur noch 100 Tage zu leben hast?

Viele Menschen, die eine schlimme Diagnose bekommen, wollen das Leben noch einmal so richtig genießen. Und sagen sich dann „So jetzt zeig‘ ichs dem Leben!“… Und zack; der Fallschirmsprung ist gebucht und die Weltreise startet nächste Woche.

„Es ist egal, woher du kommst oder wer du warst; wichtig ist allein wohin du willst und wer du sein willst. “

Alexandra Maria Huber

Doch wie wäre, wenn wir es mal jetzt dem Leben so richtig zeigen?  Wir sind (wahrscheinlich) gesund und können alles tun, was wir tun wollen. Doch wir sind Gefangene; Gefangene in einem Hamsterrad, dass Montags anfängt, wo Mittwochs Bergfest gefeiert wird und Freitags das Wochenende eingeläutet wird. Und auf ein mal ist wieder Sonntag und wir sind gedanklich schon wieder in der nächsten Woche… Und so hangeln wir uns durch die Tage, Woche, Monate, Jahre…

Und irgendwann (wenn alles schlecht läuft) erkranken wir an Depressionen und unser Körper sagt uns, dass nichts mehr geht. Schon in mehreren Artikeln, habe ich gesagt, dass ein Teil von der Heilung einer Depression, der ist, wo man sich komplett neu aufbaut. Man hinterfragt jeden Glaubensatz und sortiert alles aus, was einen kaputt macht.

Ersetze mal das Wort „Arbeitszeit“ durch „Lebenszeit“ und hinterfrage dich mal, ob du wirklich 8 Stunden (oder Länger), das tun möchtest, was du beruflich tust. Würdest du erfahren, dass du noch 100 Tage zu leben hast, dann würdest du wahrscheinlich kündigen und dein Leben so richtig Leben.

„In 20 Jahren wirst du die Dinge, die du nicht getan hast, mehr bedauern, als deine Taten. Also, mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fang den Wind in deinen Segeln, erforsche, träume, entdecke.“

Mark Twain

Doch ich habe eine gute Nachricht: Du musst nicht erst auf eine solche Diagnose warten. Du kannst jetzt das Leben leben, dass du leben möchtest. Es ist nie zu spät für Veränderungen und selbst bei großen Veränderungen, kann man sich kleinere Schritte setzen und diese nach und nach machen.

Dein Job gefällt dir nicht? Kündige! Das klingt jetzt vielleicht ein wenig krass, aber es wird immer eine Möglichkeit geben, Geld zu verdienen. Und selbst wenn du noch einen Schulabschluss nachholen willst oder doch studieren willst; es ist nie zu spät dafür.

Der Sinn bist DU.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Welche Arbeit würdest du (selbst ohne Bezahlung) immer und immer wieder tun? Was würdest du sofort tun, wenn du keine Depressionen hättest?

Der Sinn deines Lebens schlummert in dir und wenn du dich in die Welt begibst und auf die kleinen Dinge achtest, wirst du diesen Sinn nicht nur spüren, sondern immer mehr wachsen lassen. Der Sinn sind keine Überstunden für ein wenig mehr Geld, sondern mehr Zeit mit den Liebsten. Oder mehr Zeit um das Schöne im Leben zu sehen; Das Lachen eines Kindes, ein Dankeschön oder eine Umarmung.

Noch schöner kann es sein den Sinn zu teilen.

„ Das Leben besteht nicht daraus, gute Karten zu haben, sondern mit denen, die du hast, gut zu spielen. “

Josh Billings

Was hälst du von diesem Artikel und wie ist deine Meinung zum Thema? Ich würde mich sehr über Feedback von dir freuen. Und wie findest du die Zitate im Artikel? Kannst du dich mit einem ganz besonders anfreunden?

Alternativ kannst du mir auch eine E-Mail an marcel@lebeningrau.de schreiben. Du kannst mir jetzt auch bei WhatsApp schreiben. Dafür einfach hier klicken oder auf das grüne WhatsApp-Symbol unten rechts klicken.

In meinem letzten Artikel „Was sind Depressionen NICHT“ habe ich mit einigen Vorurteilen über Depressionen schluss gemacht. Und in „Und wieder ganz unten“ erfährst du, wie du mit Downphasen umgehst.


Titelbild: Pixabay.com



Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.