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Vulnerabilität bedeutet Dünnhäutigkeit bzw. Sensibilität, aber auch Verletzlichkeit, was wiederum das Risiko, an einer Depressionen zu erkranken wachsen lässt. Die Anfälligkeit dafür besteht tatsächlich bei jedem Menschen, ist aber erhöht, wenn Vulnerabilitätsfaktoren bestehen.

Verletzlichkeit und Stärke

Doch was sind diese „Vulnerabilitätsfaktoren“ eigentlich? Jeder Mensch durchläuft stabile Phasen und weniger stabile Phasen – dazu zählen Verluste, Trennungen; also allgemein Umbruchphasen. Je nach den genetischen Belastungen, wenn zum Beispiel ein naher Angehöriger eine Psychose oder bipolare Störung hat oder eine Verletzung bzw. Infektion des Gehirns vorliegt; also je nach Stärke der Vulnerabilität + die aktuelle Akkumulation an Belastungen, kann ein dünnhäutiger Mensch schneller an einer Depression erkranken.

Man kann sich Vulnerabilität also auch wie ein Glas Wasser vorstellen; bei manchen ist es halb voll oder kaum gefüllt und bei wieder anderen, steht es kurz vor dem überschwappen. Und je nachdem wie das Glas gefüllt ist, füllen wir jetzt zusätzlich Wasser (aktuelle Belastungen) in die unterschiedlich gefüllten Gläser. Welches Glas wird als ersten überlaufen?

Krisen lassen sich in den seltensten Fällen vermeiden, deshalb ist es für dünnhäutige Menschen sehr wichtig, familiäre und solziale Ressourcen zu pflegen und einen Notfallplan für Krisen zu haben. Dünnhäutige Personen brauchen dann eventuell mehr Zeit um eine Flut an Informationen zu verarbeiten bzw. auch im Leben immer mal Ruhepausen.

Beispiele von Vulnerabilitätsfaktoren

  • Genetische Belastung
  • Niedriger IQ
  • Verletzung des Gehirns in der Vorgeschichte
  • Unzureichende Versorgung im ersten bis dritten Lebensjahr
  • Maserninfektion der Mutter in der Schwangerschaft
  • Migration mit negativen Erfahrungen
  • Cannabiskonsum mit Beginn vor dem 15. Lebensjahr
  • Infektion des Gehirns in der Vorgeschichte
  • Schwere Infektion der Mutter im sechsten Schwangerschaftsmonat
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Sauerstoffmangel des Säuglings unter der Geburt
  • Frühentwicklungsstörungen (verspätetes Laufen und Sprechen)
  • Frühgeburt
  • Schlechte Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft
  • Introvertiertheit, Selbstbezogenheit, Beziehungsprobleme
  • Manifestation einer psychischen Störung im frühen Jugendlichenalter

(Quelle der Vulnerabilitätsfaktoren: Psychose.de)

Resilienz – Die eigene, innere Stärke?

Wer durch schwere Krisen gehrt, der braucht vor allem eine gewisse und verlässliche Stärke. Um bei Trennungen, plötzlichen Verlusten oder akuten Belastungen nicht aus der Bahn geworfen zu werden, der braucht Resilienz. Resiliente Menschen können trotz starker Belastungen realsieren, dass Sie es sind, die über ihr Schicksal entscheiden.

Resilienz und Vulnerabilität sind also ein Antonym und entscheiden darüber, wie man mit plötzlich auftretenden Krisen umgeht. Menschen, die zum Beispiel einen Autounfall erlebt haben und danach wieder „weiter machen“ werden zum Beispiel als Resilient beschrieben.

Resilienz hängt auch zusammen mit Selbstwirksamkeit. Wer sich als wertvoll fühlt und außerdem die Überzeugung hat, dass man Fähigkeiten beherrscht, die zur Bewältigung bestimmter Aufgaben in einer gegebenen Situation notwendig sind.

The road to resilience – Wie man Resilienz lernt.

Die American Psychological Association  (kurz APA) hat eine Internetseite zum Thema Resilienz erstellt. Dort findet man hilfreiche Tipps, wie man Resilienz lernt. Darunter zum Beispiel:

  • Sorge für dich selbst
  • Glaube an deine Kompetenz
  • Baue soziale Kontakte auf
  • Entwickle realistische Ziele
  • Verlasse die Opferrolle
  • Nimm eine Langzeitperspektive ein
  • Betrachte Krisen nicht als unüberwindbares Problem.

Ich kann verstehen, dass du jetzt denkst: „Das ist ja leichter gesagt, als getan“. Aber genau wie Achtsamkeit, ist Resilienz ein Thema, welches man (mit der Zeit) erlernen kann. Die Internetseite www.zartbesaitet.net beschreibt das wie folgt:

Dass sich solche Ratschläge nicht immer einfach umsetzen lassen, weiß jeder, der es schon versucht hat – speziell wenn man eine persönliche Geschichte mit schlechten Erfahrungen hat. Aber sie sind ein Silberstreifen am Horizont, und mit kompetenter psychologischer oder seelsorgerlicher Begleitung wird es den meisten hochsensible Menschen möglich sein, allmählich eine wachsende Resilienz zu entwickeln. Es empfiehlt sich, einen Punkt nach dem anderen anzupacken, und eine langfristige Perspektive einzunehmen. Genau hinschauen, was in uns hochkommt wenn wir das beabsichtigen, uns den Gefühlen des Versagens, der Ablehnung usw. stellen, die Lügen und Einschärfungen, die uns das zu verunmöglichen scheinen, identifizieren und uns davon lossagen, Trost und Heilung suchen für die negativen Erfahrungen, die solche Haltungen bestärkt und zementiert haben. Ein langer Weg vielleicht, und am Anfang mag es so scheinen, als ob sich nichts ändert, aber mit Beharrlichkeit werden allmählich mehr und mehr Anzeichen einer wachsenden Resilienz neue Motivation liefern. Resilienz ist erlernbar.


Hochsensibilität, Vulnerabilität und Resilienz von
ZART BESAITET

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Hierbei handelt es sich nicht um eine finanzierte Werbung, sondern um eine persönliche Empfehlung:

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Quelle: American Psychological Association – The road to resilience
Titelbild: by Velizar Ivanov on Unsplash / Artikelbld:  by veeterzy on Unsplash

Admin/Gründer von Lebeningrau.de / Marcel Schulze ist 23 Jahre alt und aus Dortmund
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2 Replies to “Vulnerabilität und Resilienz – Wie man lernt auf Scherben zu tanzen.”

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