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Wenn man an Minimalismus denkt, dann denkt man direkt an Tiny Houses; zumindest ist da bei mir so, aber es gibt auch viele Kleinigkeiten im Alltag, die man ganz bewusst umstellen kann. Denn man braucht gar nicht viel, denn manchmal reicht es, wenn man die Dinge ganz bewusst wahrnimmt. Aber wie geht das?
Eins vorweg: Du musst jetzt nicht deine Sachen alle aussortieren, ausziehen und dir ein kleines Häuschen irgendwo suchen. Minimalismus ist (ähnlich wie Achtsamkeit) eher als ein Prozess zu sehen.

Weniger ist mehr


Es beginnt mit einem kleinen Gegenstand


“Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt.”

(Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)


Minimalismus macht dein Kopf und deine Gedanken freier und geordneter. Es hilft, wenn man seine Gedanken, aber auch sein Umfeld strukturiert und auf das beschränkt, was man wirklich braucht. Die Klarheit spiegelt sich dann auch in deinem Alltag wieder, aber wo fängt eigentlich Minimalismus an? Ich verrate es dir… Es beginnt mit dem Gegenstand in deiner Hand… Vielleicht liest du darüber gerade diesen Artikel… Genau, es geht um dein Handy.

Ständige Erreichbarkeit und das Gefühl, dass man etwas verpassen würde, treiben dich selbst von dir weg. Natürlich bekommt man davon wenig mit, aber man kann sich mal ganz bewusst mit dem rechteckigen Gegenstand, der dauernd vibriert oder klingelt beschäftigen.
Es beginnt bereits am Morgen: Der Wecker klingelt über das Handy; man schaltet den Wecker aus und jetzt könnte man ja direkt mal bei WhatsApp, Facebook oder bei den E-Mails schauen, ob man irgendwas verpasst hat. Meistens muss man gar nichts machen, denn die Benachrichtungen ploppen wie wild auf.

Mach das Ding doch mal aus! Ehrlich! Du wirst relativ schnell merken, dass man nicht wirklich etwas verpasst. Die Zeit die du beim Handy minus machst, erhälst du im richtigen Leben als plus zurück. Während man schläft kann man auch super das Handy auschalten oder in den Flugzeugmodus stellen. Viele Handys haben bereits einen „Bitte nicht stören“ Modus, der ist natürlich auch für den Anfang gut. Achte mal ganz bewusst darauf, wie oft du dein Handy (wie selbstverständlich) zückst und irgendwas googlst, schreibst oder liest. Und versuche dir mal (geistig oder auf Papier) zu notieren, ob es sich wirklich gelohnt hat oder ob es sich wirklich gelohnt hat.

Mach dir daraus doch ein kleines Ritual, dass bereits am Morgens startet. Gönne dir ein wenig morgendliche Ruhe, bevor der Alltag beginnt. Es ist DEIN Morgen und nicht der Morgen irgendeines Bild-Redaktuers, der irgendeinen Artikel geschrieben hat, der jetzt bei dir aufploppt. Etwas wirklich wichtiges, würdest du sowieso mitbekommen.



Minimalsmus und Achtsamkeit sind wie Eins


“Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.”

(Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)


Minimalismus und Achtsamkeit sind miteinander verknotet und deshalb ist es für beide Dinge hilfreich, wenn du zum Beispiel mehr zu Fuß gehst. Die Dinge dabei mal ganz bewusst wahrnimmst. Außerdem bringst du den Kreislauf in Schwung, wenn du zum Beispiel eine Station früher aussteigst. Darüber hinaus streckst du die morgendliche Friedlichkeit, die damit endet, dass du die langen Gesichter im Büro siehst (aber das ist ein anderes Problem).

Je weniger Ablenkung, desto mehr Ruhe entsteht in dir. Verzichte auf schlechte Nachrichten am Morgen oder auf unnütze Werbung, dazu zählen auch Werbeprospekte (kleb dir ein „Bitte keine Werbung“-Sticker auf den Briefkasten) und Newsletter (scroll im Newsletter ganz nach unten und bestelle ihn ab), denn diese nerven nicht nur, sondern kosten auch Zeit.

Aufräumen, Ordnung, Klarheit…


“Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.”

(Siddhartha Gautama Buddha, Begründer des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. – 5. Jhd. v. Chr.)


Jetzt geht es ans Eingemachte. Nachdem du von der Arbeit nach Hause gekomme bist, komme in aller Ruhe zuhause an. Der Tag ist noch nicht vorbei und es gibt keinen Grund jetzt mit Achtsamkeit aufzuhören… (Ok, das klingt eher so als wäre Achtsamkeit was schlimmes). Aber für die Klarheit im Kopf, hilft auch Klarheit in Schubladen.

Du musst jetzt nicht die ganze Bude aufräumen, sondern kannst dir immer mal wieder kleinere Projekte setzen; wie etwas die Schublade mit den Kabeln (braucht man die wirklich alle?) oder du nimmst dir mal deinen Kleiderschrank vor (oder einen Teil deines Kleiderschrankes). Übertreibe es nicht, sondern gehe es langsam an. Stück für Stück… Vielleicht morgen mal das Regal mit den Tupper-Dosen und übermorgen mal den Schrank mit den Gewürzen. Dinge, die du nicht brauchst musst du nicht wegschmeißen, sondern kannst sie in eine Kiste legen und Gästen als Geschenk anbieten.
Gebe Dingen einen festen Platz und stelle sie auch immer wieder dorthin, aber nicht vergessen: gehe die Sache mit Ruhe an. Setze dir kleine Ziele, mal das Auto aufräumen oder mal den Stapel Briefe abbarbeiten. Du wirst relativ schnell merken, dass das echt befreit.

Noch ein paar Tipps


“Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.”

(Marc Aurel, römischer Kaiser und Philosoph, 121 – 180)


Es gibt tausende Tipps für mehr Minimalismus, aber einige musst du für dich selber herausfinden. Vielleicht machst du dir daraus eine art Challenge, die du auch schriftlich festhälst. Hier sind noch ein paar Tipps:

  • Konzentriere dich auf eine Sache: Also nicht bei Netflix eine Serie schauen und gleichzeitig am Handy irgendwas suchen oder aufräumen.
  • Deinstalliere Apps oder Programme, die du nicht brauchst.
  • Schau doch mal ob du Dinge gebraucht im Internet findest, bevor du sie neu im Laden kaufst. Oder frag Freunde, ob sie vielleicht jemanden kennen, der jemanden kennt, der einen kennt, der einen Schreibtisch abzugeben hat.
  • Lass negative Gedanken sein: Ok, das klingt einfacher als gesagt, aber es gibt immer zwei Dinge einer Medaille, also versuche immer die andere Seite zu finden. Du entscheidest was du denkst und für welche Seite du dich entscheidest. Trainiere diese Fähigkeit jeden Tag.
  • Fernseher aus! Schau nur das, was dich wirklich interessiert.
  • Gehe in die Natur… Dazu brauche ich nicht mehr sagen oder? An keinem anderen Ort findest du mehr Ruhe als in einem Wald.
  • Trenne dich von unnötiger Deko.
  • Trinke mehr Leitungswasser und genieße andere Getränke bewusster.
  • Was hat Dich in letzter Zeit so richtig glücklich gemacht? Sachen kaufen oder Sachen machen? Materielles oder Menschen?
  • Verbringe mehr Zeit mit Familie oder mit Freunden.
  • Lies ein ganzes Buch mal ganz bewusst.
  • Höre ein (gutes) Album mal von Anfang bis Ende.

Welche Tipps findest du hifreich? Welche hast du vielleicht umgsetzt? Oder hast du vielleicht Dinge, die in meiner Auflistung noch fehlen? Schreibe mir ruhig eine Mail (marcel@lebeningrau.de) oder schreib mir bei WhatsApp (Einfach auf das Symbol unten links drücken). Oder hinterlass einen Kommentar.


Titelbild: Photo by Bench Accounting on Unsplash

Admin/Gründer von Lebeningrau.de / Marcel Schulze ist 23 Jahre alt und aus Dortmund
Kontakt: marcel@lebeningrau.de oder per WhatsApp (einfach unten links drücken).

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