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Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.

Carmen Sylva 1985: Zitatenhandbuch, ISBN 9783478011198, Seite 625, Moderne Verlagsgesellschaft, Nachweis

Bei der UN-Hauptversammlung am 28. Juni 2012  wurde der Weltglückstag bzw . International Day of Happiness für den 20.März festgelegt. Seit 2013 feiern wir also jeden Jahr einen Tag des Glücks. Dieses Jahr also zum siebten Mal. Das Ziel: nicht-materiellen Wohlstand zu fördern – Glück und das Streben danach.
Doch warum eigentlich? Und was war eigentlich noch mal Glück? Und warum feiern wir es nicht öfter?

Der 20. März ist Weltglückstag!

Was macht uns nachhaltig glücklich?

Meer, Strand und ein Kühles Bier während die Sonne langsam im Meer versinkt. Entspannung, Seele baumeln lassen =Glück ??? Wenn wir darüber nachdenken, was uns glücklich macht, dann kommen wir relativ schnell zu dem Ergebnis, dass Urlaube das perfekte Mittel sind um glücklich(er) zu werden. Doch diese Entspannung bzw. diese Glücksgefühle im Alltag zu fühlen, erscheint uns oft unvorstellbar, denn oft fehlt uns die Zeit im stressigen Arbeitsalltag.

Doch was ist, wenn ich dir jetzt sage, dass alles was du zum glücklich-sein brauchst, bereits in dir ist? Denn Glück kommt nicht von außen. Also Schokolade, viel Geld auf dem Konto, Drogen, Sex, Anerkennung, Stand in der Gesellschaft, Auto… sind nicht das was uns wirklich glücklich macht. Es ist viel mehr die Art, wie wir eben diese Dinge anerkennen bzw. dafür dankbar sind.

Doch je mehr wir das Glück im Außen suchen, desto öfter sollten wir uns fragen „Was brauche ich gerade wirklich?“ oder „Was kann ich mir bereits selbst geben?“. Doch Antworten darauf erfordern oft ein hohes Maß an Achtsamkeit. Achtsamkeit? War das nicht diese Sache mit Meditation und so? Genau, denn durch Meditation finden wir einen Weg in unser Innerstes, kommen im Hier und Jetzt an und erlangen die flüchtige Achtsamkeit des Momentes.

Und dabei recht es schon, wenn man mal 5-20 Minuten am Tag ganz bewusst in den Körper horcht. Entweder in völliger Stille oder mit Naturgeräuschen bzw. sphärischen Klängen. Eine geführte Meditation ist natürlich viel hilfreicher, denn mit ihr finden wir einen Einstieg in die Meditation und lassen uns von der Stimme durch den Körper lenken. Wir lernen, wir wir unsere Gedanken annehmen und im Moment ankommen. Viele Meditation beginnen damit, dass man zunächst mal bei sich selbst ankommt… Bist du schon mal bei dir angekommen?

Der goldene Schnatz

Hast du schon mal versucht ein nasses Stückchen Seife zu greifen? Es ist nicht unbedingt einfach, aber irgendwie (vor allem wenn man weiß wie) gelingt es einem. Aber jetzt stell dir mal vor, dass eben dieses Seifenstück noch Flügel hätte und flink, wie der goldene Schnatz von Harry Potter wäre? Dieses zu fangen wäre schon ein echter Zufall. Glück eben.

Doch lässt sich das Glück überhaupt jagen? Nein, denn den einen perfekten Glücksmoment wird man nie erleben, wenn man nicht innerlich offen dafür ist. Oben haben wir bereits gelernt, dass Glück im Inneren beginnt und das wir mit Meditation die Achtsamkeit lernen können. Mit Achtsamkeit sind wir mehr im Moment, grübeln nicht = sind also voll und ganz da. Also bereit für das Glück.

Wer jedoch dem Glück hinterher jagt, der wird schnell merken, dass immer irgendwas das ist, was uns vom Glück ablenken könnte. Den perfekten Moment gibt es eben nicht und aus einer solchen Glückssuche, wird schnell eine verbissene Jagd, die vielleicht im genauen Gegenteil endet. Also denk daran: Das Glück ist bereits da. Es liegt in der vergraben. Du wirst es nicht in einem bestimmten Gegenstand oder einem Moment finden.

Wie Verhaltensweisen unser Glück beeinflussen

Es hat also einen großen Einfluss, wie wir unsere Welt betrachten. Fühlen oder denken wir Negativ, dann wird uns genau das schneller ins Auge fallen. Aber sind wir Achtsam bzw. im Moment, dann sind wir offen für die positiven Dinge; können sie also besser wahrnehmen.

Trotzdem gibt es Verhaltensweisen, die unser inneres Glück einschränken bzw. eindämmen. Welche das sind? Das schauen wir uns mal an:

Immer alles unter Kontrolle haben. / Perfektionismus

Wenn wir immer alles unter Kontrolle haben, dann wird dies sehr schnell Zwanghaft. Natürlich ist ein gesundes Maß an Kontrolle richtig. Aber wer immerzu alles in seinem Leben zu kontrollieren versucht, der muss eigentlich durchgehend frustriert sein, oder? Wir können eigentlich gar nicht so viel kontrollieren, denn Mitmenschen, Tiere oder auch Begebenheiten, wie etwa das Wetter bei der nächsten Grillparty lassen sich nur mit dem nötigen Kleingeld kontrollieren. Wer immer die Kontrolle haben will, der wird auch ständig von einer unbewussten Angst umgeben sein. Und diese Angst endet in Trauer oder Wut, da die Dinge sich nicht kontrollieren lassen. Das Gleiche können wir auch bei Perfektionismus erleben. Betroffene entwickeln einen Rausch aus Kontrolle, Perfektionismus, Angst und auch Zweifeln. Habe ich auch alles perfekt gemacht? Ist alles richtig?

Beschweren

Wer kennt es nicht bei der Arbeit, wenn in einer kurzen Pause mal eben vor der Kaffeemaschine geredet wird . Eigentlich ist alles ok, bis die eine Kollegin kommt. Überstunden hier, Stress da… Es wird gemeckert, sich beschwert kurzum: es herrscht ein Tunnelblick für das Negative. Diese negative Sicht manifestiert sich, man wird irgendwie süchtig danach. Dazu kommt das man nicht nur sich, sondern auch andere damit runterzieht.

Schuld suchen / zuweisen

Natürlich gibt es Situationen in denen Andere auch mal Schuld haben. Aber oft weisen wir anderen die Schuld zu, weil wir unser Selbstbild wahren möchten. Das ist bis zu einem gewissen Moment auch Normal. Wirklich hilfreich ist es aber nicht, denn hilfreich wäre es, die Verantwortung zu übernehmen bzw. das Ruder zum richtigen Zeitpunkt zu übernehmen. Wir können Fehler mit Positivist entgegenwirken.

Negative Selbstgespräche

„Das wird nichts“ oder ein kurzes „Schaffe ich nicht“ gehen uns wohl häufiger durch den Kopf. Häufig hören wir auch andere Stimmen. Also vielleicht ein Verwandter oder ein früherer Chef, der einem mal gesagt hat, dass man irgendwas nicht kann oder es nicht schaffen wird. Solche negativen Selbstgespräche darf man sich nicht zumuten. Sie deprimieren uns, zerstören unser Selbstvertrauen und lenken den Blick auf Negatives. 
Der Trick: Die Gedanken einfach immer wieder ins genaue Gegenteil umwandeln: „Ich schaffe das jetzt“ oder „Ich versuche es!“

Vergangenheit

Klar, ohne die Vergangenheit wären wir nicht hier, aber das ist kein Grund ständig darin zu leben bzw. drin zu versinken. Vielen Menschen passieren unschöne Dinge in ihrer Kindheit oder im späteren Verlauf. Jeder geht damit anders um. Aber vielleicht gibt es auch Möglichkeiten den Frieden mit der Vergangenheit zu schließen, denn schließlich hat alles was passiert ist zu diesem Punkt geführt und das ist doch vielleicht gar nicht so schlecht, oder? Außerdem ist das gute an der Vergangenheit, dass sie (wie der Name schon sagt) vergangen ist. Also meditieren und im hier und jetzt ankommen!

Sich bewerten bzw. kritisieren / Sich ängstigen

Wir haben schnell eine Meinung zu bestimmten Situationen oder zu Dingen, die wir gemacht bzw. gesagt haben. Oft sogar schon im Voraus. Natürlich ist auch hier ein gewisses Maß normal, denn Angst zeigt uns auch immer, dass die Sache uns irgendwie wichtig ist. (z.B. bei einer Präsentation).
Hier kann auch Meditation helfen, den Blick von den negativen Gedanken abzuwenden und sich zu öffnen.

Hilfen im Alltag

Wenn wir negative Gedanken haben dann beschäftigen wir uns stundenlang, wenn nicht sogar tagelang damit. Wir spielen alles genau durch und kommen immer wieder zu dem Entschluss, dass unsere Welt blöd ist. Oder wir kommen zu gar keinem Entschluss, weil wir nichts oder kaum noch etwas fühlen. Doch wie wäre es, wenn wir den Spieß einfach mal umdrehen; Wie wäre es, wenn wir uns immer wieder an etwas positives erinnern? Klar, das ist in jedem Falle anstrengend und bedeutet eine wahnsinnige Umstellung. Aber so gelingt es uns, Herr der Lage zu werden. Natürlich nicht auf ein Mal aber jeden Tag ein bisschen. Mal die positiven Dinge genau so feiern, wie uns die negativen runterziehen. Mal tierisch freuen und immer wieder denken „Das ist toll!“ oder „Das ist großartig!“.

Ich kann verstehen, wenn du jetzt denkst, dass dies eine ziemliche Umgewöhnung ist und ziemlich viel Arbeit kostet, aber denk mal an einen Touristen, der zum ersten Mal London besucht. In London ist Linksverkehr und so ertappt sich unser Tourist an jeder Ampel wie er zunächst nach Links schaut. Er muss sich immer wieder dran erinnern „Ach ja, hier ist ja Linksverkehr!“. Aber zum Glück gibt es Hilfen, denn in London steht auf vielen Straßen „Look right“… Und genau diese Hilfen, können wir auch mit in den Alltag nehmen. Indem wir aufschreiben was gut war oder versuchen darüber zu reden. Glück ist also lernbar, aber wie das erlernen einer neuen Sprache, ist es auch total ungewohnt und schwer. Zunächst, denn mit der Zeit wird es immer leichter werden.

Ein weiteres großes Ding ist Dankbarkeit. Vielleicht ist es dir nicht bewusst, aber dein Körper leistet jede Tag wahnsinnige Arbeit gegen alle möglichen Bedrohung und das er überhaupt funktioniert ist ein Wunder. Du bist das Ergebnis, von dem was vor 7 Millionen Jahren in Afrika begann und dafür kann man schon mal Dankbar sein. Vielleicht auch für dein Haus, deine Wohnung oder die Fische in deinem Aquarium, die – obwohl du es seit Wochen nicht sauber gemacht hast und du nicht mehr weißt, wann du sie zuletzt gefüttert hast – mopsfidel umher schwimmen. Egal was es ist.

Soooo… das war mein Beitrag zum Weltglückstag. Doch was ist dein Beitrag? Was macht dich glücklich? Was hilft dir eben dieses Glück zu finden? Oben habe ich geschrieben, dass Glück nicht in Schokolade zu finden ist, aber wer offen für das Glück ist, der kann sich ruhig mal ganz achtsam ein Stückchen nehmen. Oder auch zwei.
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Photo by Adi Goldstein on Unsplash / Photo by Jason Leung on Unsplash

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